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Sinfoniekonzert: Schostakowitsch 11

Sonntag,
29. November 2026
18 Uhr
Tonhalle Düsseldorf

Mehrmals im Jahr formieren sich die Studierenden der Robert Schumann Hochschule zu einem Klangkörper und spielen auf den großen Bühnen der Region. So ist das Sinfonieorchester, das aus über 80 Studierenden verschiedener Nationalitäten besteht, unter anderem regelmäßig zu Gast in der Historischen Stadthalle Wuppertal. Dmitri Schostakowitschs dramatische 11. Sinfonie bildet den Mittelpunkt des außergewöhnlichen Konzertprogramms. Überaus bildreich bezieht sich Schostakowitsch auf die Geschehnisse des vorrevolutionären Jahres 1905 in St. Petersburg. Hinter dem vordergründigen und regimekonformen Bezug auf die Wurzeln der Sowjetunion, schwingen Bezüge zur sowjetischen von Unterdrückung und revolutionären Aufständen geprägten Gegenwart mit. Den Tönen vertraut Schostakowitsch seine eigentliche Botschaft an und verleiht seiner Sinfonie eine Überzeitlichkeit als Mahnmal gegen Krieg und Gewalt.

Die Dimensionen des Orchesters sind außergewöhnlich: Schostakowitsch schreibt vier Hörner, drei Trompeten, drei Posaunen und eine Tuba vor. Dazu kommen zwölf Holzbläserpositionen, darunter Piccolo, Englischhorn, Bassklarinette und Kontrafagott. Besonders umfangreich ist der wuchtige Schlagwerkapparat mit Pauken, großer und kleiner Trommel, Becken, Triangel, Tam-Tam, Xylofon und Glocken, die von 6 Personen gespielt werden. Hinzu kommen drei Harfen und eine Celesta sowie 62 Streicher. Insgesamt entsteht so ein Orchester von 105 Mitwirkenden!

Das Programm wird eröffnet durch die Uraufführung des Werks Within Grey für großes Orchester der chinesischen Komponistin Wendi Liu. Seit 2025 studiert sie im Masterstudiengang Komposition an der Robert Schumann Hochschule bei Prof. Oliver Schneller. Lius Orchesterwerk gazing wurde bereits vom Shanghai Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Liang Zhang uraufgeführt. 

Richard Strauss´ Zwei Größere Gesänge werden von Valentin Ruckebier vorgetragen. Der gebürtige Wuppertaler ist seit 2022 Ensemblemitglied an der Deutschen Oper am Rhein und Erster Preisträger des Rometsch Wettbewerbs Solo 2025 der Robert Schumann Hochschule. 

Eine inhaltliche Klammer des Konzertabends ist die Frage, wie persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Wirklichkeit miteinander verbunden sind. Welche Rolle spielt Musik dabei, Erinnerung wachzuhalten? Within Grey verändert unsere Perspektive auf das vermeintlich Einheitliche: Was zunächst wie ein geschlossener Klangblock erscheint, entfaltet bei näherem Hinhören eine Vielfalt an Stimmen, Schichten und individuellen Gesten. Richard Strauss’ Orchesterlieder führen in die innere Welt des Menschen, in der Liebe, Tod und Bedrohung aufeinandertreffen. Schostakowitschs 11. Sinfonie richtet den Blick schließlich auf politische Gewalt, Unterdrückung und den Widerstand gegen Macht. In einer Zeit, in der autoritäre Herrschaft erstarkt und die Kunstfreiheit in vielen Ländern unter Druck steht, gewinnt seine Musik eine besondere Aktualität. Sie erzählt davon, wie Künstler*innen unter existenzieller Bedrohung weiterarbeiten, ihre Haltung bewahren und mit ihrer Kunst Widerstand leisten können.

Programm
 

Wendi Liu
„Within grey" (Uraufführung)

Richard Strauss
„Zwei Größere Gesänge“ für tiefe Singstimme und Orchester op. 44

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 11 g-Moll op. 103 „Das Jahr 1905“

Sinfonieorchester der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Valentin Ruckebier, Bass

Leitung: Prof. Rüdiger Bohn und Studierende aus seiner Klasse

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